[30.04.2026]
Ortenau. Der Glasfaserausbau im Ortenaukreis geht in die entscheidende nächste Runde. Am Donnerstag hat Ministerialdirigent Arndt Möser, Abteilungsleiter Digitalisierung im Innenministerium Baden-Württemberg, im Landratsamt in Offenburg Förderbescheide des Landes in Höhe von mehr als 33 Millionen Euro (33.595.200 Euro) an Landrat Thorsten Erny übergeben. Das Geld ist für die finale Phase des geförderten Glasfaserausbaus bestimmt und kommt 27 Städten und Gemeinden zugute.

Im Sitzungssaal des Landratsamts stand die Übergabe der Bescheide an die Vertreter der beteiligten Kommunen im Mittelpunkt. Landrat Thorsten Erny begrüßte die Gäste, anschließend gab Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG, einen Überblick über die Arbeit der Gesellschaft.

Digitalisierungs- und Innenminister Thomas Strobl würdigte den Ortenaukreis als Beispiel für strategischen Breitbandausbau: „Die Digitalisierung und der damit verbundene Breitbandausbau ist eine zentrale Zukunftsaufgabe – für die Bürgerinnen und Bürger, unsere Wirtschaft, für gleichwertige Lebensverhältnisse und für die Handlungsfähigkeit unseres Staates. Der Ortenaukreis zeigt, wie diese Aufgabe erfolgreich umgesetzt werden kann.“

Seit 2020 treibt die Breitband Ortenau das Projekt „GiGa | Ortenau“ voran. Das Modell verbindet staatlich geförderte Ausbauprojekte mit eigenwirtschaftlichen Investitionen privater Telekommunikationsunternehmen. Während Anbieter wie Vodafone, Telekom, Unsere Grüne Glasfaser oder Deutsche Glasfaser vor allem dichter besiedelte Innenlagen erschließen, übernimmt die Breitband Ortenau den Ausbau in jenen Außenbereichen, die für private Anbieter wirtschaftlich schwieriger zu versorgen sind.

Mit den nun übergebenen Förderbescheiden kann Phase 5 des geförderten Ausbaus umgesetzt werden. Dabei sollen die noch verbliebenen unterversorgten Gebäude in den Außenlagen der Gemeinden an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Finanziert wird der Ausbau gemeinsam von Bund, Land und Kommunen: Der Bund übernimmt im Rahmen seines Bundesförderprogramms für den Gigabitausbau bis zu 50 Prozent der Investitionskosten, das Land Baden-Württemberg beteiligt sich über die Kofinanzierung mit weiteren 40 Prozent. Die restlichen Kosten tragen die Kommunen.

Landrat Thorsten Erny sprach von einem wichtigen Schritt für den ländlichen Raum: „Die Förderung ist ein weiteres wichtiges Signal für den flächendeckenden Glasfaserausbau im ländlichen Raum. Sie bringt uns unserem Ziel näher, auch die noch unterversorgten Gebäude an ein leistungsfähiges Glasfasernetz anzuschließen.“

Auch Josef Glöckl-Frohnholzer sieht in der Förderung einen entscheidenden Impuls: „Die Förderbescheide für die finale Ausbauphase sind ein starkes Signal für die digitale Zukunft unserer Region“.

Der Ausbau habe in den vergangenen Jahren bereits deutlich an Fahrt aufgenommen. „In zahlreichen Kommunen laufen derzeit Bauarbeiten oder sind bereits abgeschlossen. Die sogenannte Homes-Passed-Quote – also der Anteil der Gebäude, bei denen die Glasfasertrasse bereits in unmittelbarer Nähe verläuft und ein Anschluss technisch möglich ist – liegt derzeit bei rund 52 Prozent. Bis 2027 soll sie auf etwa 70 Prozent steigen. Bis 2031 wird eine vollständige Glasfaserversorgung aller Gebäude angestrebt“, macht der Geschäftsführer klar.

Bis zum Abschluss des Ausbaus soll insgesamt rund eine Milliarde Euro in die digitale Infrastruktur der Ortenau fließen. Neben den Fördermitteln von Bund und Land investieren auch private Telekommunikationsunternehmen mehr als 500 Millionen Euro in den eigenwirtschaftlichen Ausbau von knapp 100.000 Gebäuden im Landkreis.

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