Waldbrand in Steinach. Foto: Bernhard Frei

[12.08.2026]
Ortenau. Nach einer außergewöhnlichen Einsatznacht hat sich die Lage bei den Waldbränden in der Ortenau am Mittwochmorgen deutlich entspannt. In Zell am Harmersbach gelang es den Einsatzkräften in den frühen Morgenstunden, die weitere Ausbreitung des Feuers einzudämmen. Auch in Steinach ist die Lage stabil. Im Mittelpunkt stehen nun aufwendige Nachlöscharbeiten und die Suche nach verbliebenen Glutnestern.

„Verletzte sind nach aktuellem Stand glücklicherweise nicht zu beklagen“, informiert Kreisbrandmeister Bernhard Frei. Aktuell sind noch rund 100 Einsatzkräfte an den Brandstellen im Einsatz.

„Die vergangenen Stunden haben eindrucksvoll gezeigt, wie stark die Ortenau in einer außergewöhnlichen Lage zusammensteht. Mehr als 600 Einsatzkräfte haben mit großer Professionalität und hohem persönlichem Einsatz Hand in Hand gearbeitet und damit Schlimmeres verhindert“, sagt Landrat Thorsten Erny. „Zugleich bitte ich alle Menschen in der Ortenau eindringlich, angesichts der anhaltenden Trockenheit auf offenes Feuer zu verzichten und Zigaretten keinesfalls achtlos wegzuwerfen.“

Am Mittwochmorgen bedankte sich Erny zudem in einer Videobotschaft über die Social-Media-Kanäle des Landkreises bei den Einsatzkräften und Helfenden.

Besonders aufwendig sind die Arbeiten weiterhin in Zell am Harmersbach. „In Zell am Harmersbach geht es nun darum, verbliebene Glutnester zu finden, freizulegen und vollständig abzulöschen. Damit soll verhindert werden, dass das Feuer erneut aufflammt. Der Forst unterstützt die Arbeiten. Eine Fachfirma trägt verbranntes Material ab, damit die Einsatzkräfte auch tiefer liegende Schichten erreichen und dort vorhandene Glutnester löschen können“, so Kreisbrandmeister Frei.

Unterstützt werden die Feuerwehren von Spezialkräften von @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e. V., die speziell für die Bekämpfung von Vegetationsbränden ausgebildet sind.

Die überörtlichen Einsatzkräfte aus den Landkreisen Rottweil und Emmendingen sowie aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis, die während der Nacht in die Ortenau gekommen waren, wurden am Morgen durch Feuerwehren aus dem Ortenaukreis abgelöst. Auch zahlreiche Landwirte und Unternehmen aus der Region unterstützten die Löscharbeiten.

In Steinach ist die Situation nach Angaben des Kreisbrandmeisters stabil. Dort sind nur noch kleinere Nachlöscharbeiten erforderlich. Auch der am Dienstagabend gemeldete Brand in Nordrach ist gelöscht.

Während der Nacht kam es allerdings zu einem weiteren Feuer: Auf der Rückfahrt von der Einsatzstelle in Zell am Harmersbach entdeckte Landrat Thorsten Erny in Gengenbach-Schwaibach einen Brand und meldete ihn. Die Feuerwehr rückte aus und konnte das Feuer löschen. Zwei Wohnhäuser waren zeitweise gefährdet, ihre Bewohner wurden vorsorglich evakuiert.

Der Führungsstab des Ortenaukreises beendete seinen Einsatz in der Nacht gegen 2 Uhr. An den Brandstellen selbst gehen die Arbeiten weiter.

Kriminalpolizei bündelt Ermittlungen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu den Bränden in der Region inzwischen zentral gebündelt. Hintergrund ist nach Polizeiangaben die ungewöhnliche Häufung von Flächen- und Vegetationsbränden in den vergangenen Tagen und Wochen.

In den kommenden Tagen will die Polizei ihre Präsenz in den betroffenen Städten und Gemeinden verstärken. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht oder auffällige Personen oder Fahrzeuge bemerkt hat, kann sich beim Kriminaldauerdienst unter 0781 21-2820 oder über den Polizeinotruf 110 melden.

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