
[22.05.2026]
Ortenau. Der Behindertenbeirat des Ortenaukreises hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2017 zu einer wichtigen Stimme für Inklusion und Barrierefreiheit entwickelt. In seiner Sitzung am Dienstag befasste sich der Sozialausschuss mit der Arbeit des Gremiums, das die kommunale Behindertenbeauftragte begleitet und Impulse für mehr Teilhabe setzt.
Im Beirat arbeiten Vertreter von Menschen mit Behinderungen, Kommunen, Verbänden, Institutionen und Kreisverwaltung zusammen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Gremium „Expertise Inklusive“: Dort bringen Menschen mit Behinderungen ihre Erfahrungen unmittelbar ein – als Experten in eigener Sache.
Die Themen reichen vom barrierefreien öffentlichen Nahverkehr über digitale Barrierefreiheit bis hin zu Tourismus, Kommunikation und Arbeit. Besonders die Arbeitsgruppen zu ÖPNV und Tourismus haben nach Angaben des Kreises konkrete Impulse gesetzt – etwa für ein kreisweites Konzept barrierefreier Bushaltestellen und für mehr Barrierefreiheit im Tourismus.
Mitglieder von „Expertise Inklusive“ führen regelmäßig Empathieschulungen durch, unter anderem für Busfahrer sowie an Schulen im Ortenaukreis. Zudem beraten sie Städte und Gemeinden bei barrierefreien Maßnahmen.
Zuletzt verabschiedeten Behindertenbeirat und „Expertise Inklusive“ eine gemeinsame Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Barrierefreiheit im Ortenaukreis. Darin machen sie deutlich, dass notwendige Maßnahmen auch in finanziell schwierigen Zeiten umgesetzt werden müssen. Barrierefreiheit sei Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe und Selbstbestimmung – keine freiwillige Leistung, sondern eine rechtliche und gesellschaftliche Verpflichtung sowie eine zentrale Querschnittsaufgabe der Kommunen.
Ein weiteres Beispiel aus der Praxis ist ein Rampenprojekt in Lahr: Dort können Einzelhandel und Gastronomie mobile Rampen ausleihen, um den Zugang zu Geschäften und Einrichtungen für Rollstuhlfahrende oder Familien mit Kinderwagen zu erleichtern.




