Wenn die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben ausscheiden, verändert das nicht nur den Arbeitsmarkt. Auch Städte, Gemeinden und Vereine stehen vor einer entscheidenden Frage: Werden die sogenannten Babyboomer vor allem zur demografischen Herausforderung – oder können sie zu einer starken neuen Säule des bürgerschaftlichen Engagements werden?

Mit dieser Perspektive beschäftigt sich das BE-Forum „Wenn sich eine neue Tür öffnet… sich engagieren ab 60+“, das am Freitag, 22. Mai 2026, von 15:00 bis 18:30 Uhr im Landratsamt Ortenaukreis, Großer Sitzungssaal, Badstraße 20, 77652 Offenburg, stattfindet.

Die Fachveranstaltung richtet sich an Ehrenamtliche, Fachkräfte aus dem Bereich des bürgerschaftlichen Engagements sowie Vertreter von Städten und Gemeinden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen nach der Erwerbsphase gezielt angesprochen, für ein Engagement gewonnen und langfristig eingebunden werden können.

„Die Babyboomer stehen an einem entscheidenden Übergang. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sie aktiv einzuladen, ihre Erfahrungen, Kompetenzen und Zeit in das Gemeinwesen einzubringen“, betont Marco Archelós von der Vernetzungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement. „Kommunen und Organisationen spielen dabei eine Schlüsselrolle als Türöffner und Ermöglicher.“

Einen fachlichen Impuls gibt Karin Haist, Demografieexpertin und Referentin. Sie stellt die Ergebnisse der bundesweiten Studie „Engagiert euch, Boomer!“ der Körber-Stiftung vor. Die Studie macht deutlich: In der Babyboomer-Generation steckt ein großes Potenzial für freiwilliges Engagement. Dieses entfaltet sich jedoch nicht von allein. Entscheidend sind passende Angebote, eine gezielte Ansprache und Rahmenbedingungen, die zur Lebensphase der Menschen ab 60 passen.

Nach dem Vortrag rückt im World Café die Praxis in den Vordergrund. Gemeinsam sollen Antworten auf zentrale Fragen erarbeitet werden: Wie lassen sich Babyboomer für ein Ehrenamt begeistern? Wo und wie erreicht man diese Zielgruppe? Wie können ihre beruflichen und persönlichen Kompetenzen sinnvoll eingesetzt werden? Und welche Rolle spielen Kommunen dabei, neue Wege ins Engagement zu eröffnen?

„Bürgerschaftliches Engagement ist ein zentraler Baustein für den sozialen Zusammenhalt vor Ort“, betont Moritz Schulz, Amtsleiter Soziale und Psychologische Dienste. „Wenn es gelingt, die Babyboomer gut in Engagementstrukturen einzubinden, profitieren davon nicht nur die Engagierten selbst, sondern ganze Städte und Gemeinden.“

Das BE-Forum soll nicht nur informieren, sondern auch vernetzen. Es bietet Raum für Austausch, neue Kontakte und konkrete Anregungen für die Engagementpraxis in den Kommunen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen zur Anmeldung gibt es online unter ortenau-engagiert.de.

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