
[26.09.2026]
Gengenbach. Die neue Integrierte Leitstelle Ortenau in Gengenbach nimmt Gestalt an. Rund eineinhalb Jahre nach dem Spatenstich hat der Ortenaukreis am Donnerstag Richtfest gefeiert. Auf dem Gesundheitscampus entsteht für rund 27 Millionen Euro die künftige Zentrale für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Kreis. Ende Juli 2028 soll sie ihren Betrieb aufnehmen.
„Mit 27 Millionen Euro investieren wir in eine Infrastruktur, die im Ernstfall funktionieren muss. Die neue Leitstelle wird das Herzstück für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz und schafft die Voraussetzungen dafür, dass wir auch in den kommenden Jahrzehnten handlungsfähig bleiben“, sagte Landrat Thorsten Erny bei seiner Ansprache.
In der Leitstelle sollen künftig rund um die Uhr jährlich etwa 200.000 Anrufe entgegengenommen und die Einsätze von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren Hilfsorganisationen koordiniert werden. Der bisherige Standort in Offenburg stößt nach Angaben des Kreises angesichts steigender Einsatzzahlen und wachsender technischer Anforderungen räumlich und technisch an seine Grenzen.
In Gengenbach werden die Leitstelle und das bislang räumlich getrennte Amt für Brand- und Katastrophenschutz unter einem Dach zusammengeführt. Auch der Führungsstab des Ortenaukreises erhält dauerhaft ausgestattete Arbeitsplätze. Bei größeren Schadenslagen, Krisen und Katastrophen sollen die beteiligten Stellen dadurch enger zusammenarbeiten können.
Der Neubau entsteht auf einem 2.087 Quadratmeter großen Grundstück und umfasst vier Vollgeschosse sowie ein Untergeschoss. Die Bruttogrundfläche beträgt rund 3.041 Quadratmeter. Das Gebäude wird barrierefrei nach DIN 18040 geplant und soll den Effizienzhaus-40-Standard erfüllen. Für die Beschäftigten im Rund-um-die-Uhr-Betrieb sind neben den Arbeitsplätzen auch Rückzugsräume vorgesehen.
Mit dem Richtfest ist der Rohbau weitgehend abgeschlossen. Als Nächstes stehen Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern sowie der Innen- und Technikausbau an. Bis Ende 2027 soll das Gebäude so weit fertig sein, dass das Amt für Brand- und Katastrophenschutz einziehen kann.
Danach folgt der technisch anspruchsvollste Teil: Die Leitstellentechnik wird eingebaut und anschließend in einem Probebetrieb getestet. Nach aktuellem Zeitplan soll die neue Leitstelle Ende Juli 2028 den Betrieb aufnehmen.
Beim Richtfest dankte Erny den beteiligten Handwerkern, Planungsbüros und Unternehmen, dem Gebäudemanagement des Ortenaukreises sowie dem DRK Rettungsdienst Ortenau, den Feuerwehren, den Organisationen des Katastrophenschutzes und den politischen Gremien des Ortenaukreises und der Stadt Gengenbach. Den traditionellen Richtspruch übernahm das für den Rohbau verantwortliche Bau-Unternehmen Moser.

