[30.3.2005]
Wolfach. Diana Lombardi ist eine der wenigen Schiedsrichterfrauen, die in dieser Männerdomäne unterwegs sind. Sie hat ihren Schiedsrichterschein erst kürzlich gemacht, nun wird sie bald zum ersten Mal als Unparteiische auf dem Fußballplatz stehen.
Händeringend suchen Vereine nach Interessenten, die sich zum Schiedsrichter ausbilden lassen wollen. So waren die Verantwortlichen des FC Kirnbach auch überglücklich, als Diana Lombardi den Wunsch äußerte, sich zur Schiedsrichterin ausbilden zu lassen. Matthias Buchholz, der Vorsitzende des Kirnbacher Fußballclubs, unterstützte sie von Anfang an. Für ihn ist sie keine Unbekannte, ihr Mann Antonio spielt schon seit der Jugendzeit in diesem Verein.
Beruflich bewegte sie sich anfangs schon einmal in der „Männerwelt“, sie ließ sich zur Malerin ausbilden, es folgte eine Kosmetikausbildung. Doch eine Weile kümmerte sie sich ganz um die Kinder. Nun sucht sie jedoch nach neuen Herausforderungen.
Die „Lehrzeit“ als Schiedsrichteranwärterin war für sie nicht einfach, denn gleichzeitig hatten zwei ihrer sechs Kinder eine Virusgrippe. An Schlaf war in dieser Zeit kaum zu denken. Aber mit viel Durchsetzungsvermögen und Kraft arbeite sie hart für ihren lange gehegten Traum. Zusammen mit acht weitern Frauen und 42 Männern tauchte sie tief in die Fußballregeln ein und legte dann die Prüfung auch erfolgreich ab.
„Ich bin mit Leib und Seele Mama.“, sagte die 38-jährige dann auch strahlend, aber während des Spiels bin ich dann Schiedsrichterin und dann werde ich völlig neutral sein. Denn es ist ja auch nicht auszuschließen, dass bei einem der Spiele einmal ihr Sohn den Ball jagt. Die Kinder sind zwischen vier und 18 Jahren alt und so ist zu Hause eigentlich schon genügend Abwechslung geboten. Die zu Hause erworbene Nervenstärke wird ihr auch auf dem Fußballplatz helfen. Vor ungefähr acht Jahren sah sie eine Frau, die als Schiri auf dem Platz stand, das faszinierte sie so sehr, dass sie sich nun auch entschloß, diesen Weg einzuschlagen. „Sie hat gut gepfiffen.“, erinnert sie sich noch heute.
Die Fußballwelt ist ihr nicht fremd, Ihr Mann und ihr Sohn sind aktive Spieler und deshalb verbrachte sie bisher schon viel Zeit auf den Fußballplätzen. Die zahlreichen Regeln waren für sie kein Buch mit sieben Siegeln. Nun ist es aber das erste Mal der Fall, dass sie auf dem Platz steht und die Familie sitzt im Zuschauerraum. Schon jetzt fiebert sie dem ersten Spiel entgegen, die Pfeife und die gelbe und die rote Karte liegen bereit, das Dress sitzt und das fachliche Know how sitzt. Lange Zeit spielte sie in ihrer Freizeit Volleyball. Derzeit ist sie schon frühmorgens unterwegs und macht sich beim Walken oder Joggen fit für ihren ersten Einsatz.
Test und Foto: Anke Bauer


