Zuwanderung: Landratsamt schließt weitere vorläufige Unterbringungen im Ortenaukreis

[24.03.2017]
Kinzigtal. Das Landratsamt Ortenaukreis gibt auch in diesem Jahr weitere Plätze der vorläufigen Unterbringung für Zuwanderer auf. Bis Sommer 2017 werden 284 Plätze aufgelöst; in der zweiten Jahreshälfte werden es voraussichtlich weitere 660 Plätze sein.


Anlass dafür sind neben den seit Frühjahr 2016 abrupt gesunkenen Neuankünften auch die nunmehr anstehenden Umzüge in die Anschlussunterbringungen der Städte und Gemeinden. Diese sind aufgrund der fortschreitenden Bearbeitung offener Asylanträge durch das BAMF möglich.

„Zusammen mit den bereits 2016 durchgeführten Kündigungen werden wir bis Jahresende mehr als 2.000 der im Sommer 2016 noch bestehenden rund 5.700 Unterkunftsplätze aufgegeben haben. Während in der Akutphase auch kleine, organisatorisch schwer zu betreuende Objekte sowie Containerunterkünfte benötigt wurden, können wir diese nun sukzessive auflösen.

Dies ermöglicht uns in Zukunft wieder effizienter und wirtschaftlicher zu arbeiten und auch den Belangen von Anwohnern entgegenzukommen“, erläutert Michael Loritz, der für Migration verantwortliche Dezernent im Landratsamt die Unterbringungsstrategie des Ortenaukreises.

Dank verschiedener Miet- und Kaufmodelle habe sich Landratsamt von Anfang so aufgestellt, dass es einerseits einen sicheren Basisbestand an Unterkünften habe, andererseits aber auch flexibel auf Rückgänge reagieren könne, so Loritz weiter.

Die Schließungen im ersten Halbjahr 2017 betreffen jeweils zwei Wohnungen in Kehl und Nordrach, einen Gebäudekomplex in der Lise-Meitner-Straße in Offenburg sowie eine Unterbringung in Hornberg.

Bei den beiden Objekten in Kehl handelt es sich um ein Gebäude im Martin-Luther-Weg, das Mitte April aufgegeben wird und über 30 Plätze verfügt, sowie um eine Unterkunft mit 20 Plätzen in der Elsässer Straße in Kehl-Neumühl, die bis Ende Juli aufgelöst wird.

Beide Unterkünfte werden von der Stadt Kehl als Anschlussunterbringung weitergenutzt. Auch in Nordrach werden noch bis Ende April zwei Wohnungen „Im Dorf“ mit insgesamt 22 Betten geräumt.

Bereits Ende Februar nicht mehr genutzt wird die Gemeinschaftsunterkunft in der Postwiese in Hornberg mit insgesamt 114 Plätzen sowie ein aus vier Reihenhäusern bestehendes Heim in der Lise-Meitner-Straße in Offenburg mit 52 Plätzen. Letzteres wurde an die Stadt bzw. die Stadt- und Wohnbau Offenburg zurückgegeben, um die Obdachlosen aus dem kürzlich abgebrannten Wohnheim in der Rheinstraße dort unterbringen zu können.

Im Jahresverlauf werden voraussichtlich rund 2.000 Menschen aus der vorläufigen Unterbringung des Ortenaukreises in die Anschlussunterbringungen der Ortenauer Kommunen zugewiesen. Angesichts der wachsenden Bedeutung der Anschlussunterbringung hat das Landratsamt den Städten und Gemeinden angeboten, Wohnungen, Gebäude und gegebenenfalls auch Container zu übernehmen.

Das Landratsamt bittet um Verständnis, dass die Schließungen einzelner Unterkünfte erst öffentlich gemacht werden können, nachdem das Landratsamt das Vorgehen mit der jeweiligen Stadt- oder Gemeindeverwaltung und den Vermietern abgestimmt hat und auch die betroffenen Bewohner sowie die Sprecher der ehrenamtlichen Helferkreise informiert wurden.